Richter

Werwolf-Rolle · Partei des Dorfes

Richter – Rollenbild bei Wolfrunde

Der Richter hat das letzte Wort, und einmal im Spiel nutzt er es: Nach einem Urteil kann er heimlich eine sofortige zweite Abstimmung verlangen, ohne Beratung dazwischen. Das Dorf hört nur, dass der Richter es verlangt; wer er ist, bleibt sein Geheimnis.

Der Richter hat keine Nachtaktion. Seine Regel wirkt am Tag, direkt nach einer Abstimmung — dort, wo jeder sein eigenes Gerät hat.

So klingt es bei Wolfrunde – Ansage beim Aufdecken der Karte, gesprochen von Leopold:

Du bist der Richter. Einmal im Spiel verlangst du ein zweites Urteil — sofort, ohne Beratung.

So funktioniert der Richter

Einmal im Spiel, unmittelbar nach einer Abstimmung, darf der Richter ein zweites Urteil verlangen. Das Dorf stimmt dann sofort noch einmal ab, ohne Beratung dazwischen. Der Erzähler sagt nur: Der Richter verlangt ein zweites Urteil. Wer der Richter ist, erfährt niemand. Er drückt dazu einen Knopf, den nur er sieht.

Die zweite Abstimmung läuft nach denselben Regeln wie die erste: Schmähbrief, doppelte Stimme des Hauptmanns und Sündenbock gelten weiter. Wer im ersten Durchgang verurteilt wurde, ist bereits tot und steht nicht mehr zur Wahl. Der Richter darf das zweite Urteil auch verlangen, wenn die erste Abstimmung mit einem Gleichstand ohne Toten endete.

Was das zweite Urteil bewirkt

Ein zweites Urteil am selben Tag ist ein zweiter Toter, ohne dass die Wölfe eine Nacht dazwischen bekommen. Das Dorf weiß nach der Ansage, dass ein Richter mitspielt, und die Wölfe wissen, dass seine Karte verbraucht ist. Richtig gesetzt, nach einem Urteil, das die Wölfe getroffen hat, während das Dorf gerade Rückenwind spürt, kann es die Partie an einem Tag entscheiden. Falsch gesetzt hängt es zwei Dörfler.

Wo der Richter mitspielt

Der Richter braucht ein eigenes Gerät. Er entscheidet nach dem Urteil, also in einem Augenblick, in dem alle hinsehen — und er soll dabei unerkannt bleiben. Beides zugleich geht nur, wenn er einen Schirm für sich hat: online und in der Tischrunde mit „Jeder sein Gerät".

Liegt dagegen ein einziges Gerät in der Mitte, heißt jede Eingabe hingehen, und damit wäre weg, wovon die Rolle lebt. Ein stilles Zeichen an den Wirt wäre keine Lösung, denn der Wirt spielt mit und wüsste es ab dann. Deshalb steht der Richter in dieser Spielart gar nicht zur Wahl — lieber eine Rolle weniger als eine Rolle, die ihren Träger verrät.

Taktik für den Richter

Warte auf den Tag, an dem das Dorf sich einig ist und einen zweiten Kandidaten schon im Kopf hat. Nach einem Wolf am Galgen ist die Stimmung klar, und die zweite Abstimmung trifft oft den Nächsten auf der Liste. Nach einem Patt kann das zweite Urteil den Stillstand brechen. Verlange es nie aus Wut über ein Fehlurteil: Ohne Beratung stimmt das Dorf so ab wie eben, nur einen Kandidaten weiter.

Häufige Fragen

Wie oft darf der Richter ein zweites Urteil verlangen?

Einmal pro Partie. Danach ist seine Karte verbraucht, und das Dorf weiß es.

In welchen Spielarten gibt es den Richter?

Online und in der Tischrunde mit „Jeder sein Gerät". Liegt ein einziges Gerät in der Mitte, steht er nicht zur Wahl: Er müsste nach dem Urteil vor allen hingehen und wäre damit enttarnt.

Erfährt das Dorf, wer der Richter ist?

Nein. Der Erzähler sagt nur, dass der Richter ein zweites Urteil verlangt. Die Karte bleibt geheim.

Gibt es vor dem zweiten Urteil eine Beratung?

Nein. Die zweite Abstimmung folgt sofort auf die erste. Schmähbrief, Hauptmann und Sündenbock gelten weiter.

Darf der Richter auch nach einem Gleichstand ein zweites Urteil verlangen?

Ja. Auch wenn die erste Abstimmung ohne Toten endete, kann er sofort eine zweite verlangen.

Richter selbst spielen? Bei Wolfrunde führt ein gesprochener Erzähler durch die Nacht und ruft jede Rolle mit Namen auf – online mit Sprachchat oder am Tisch mit einem Handy in der Mitte, kostenlos und ohne Download. Alle Rollen und der Ablauf einer Partie stehen in den Werwolf-Spielregeln.